Zum Inhalt springen
Lizenz · Stand August 2026

Glücksspielgesetz Österreich: die Konzession und was sich ändert

Online bislang eine einzige Konzession, gehalten von win2day. Eine private Lizenz gibt es nicht — noch nicht.

Behörde
BMF
Sitz
Österreich
Im Register
0
Anteil
Ein hohes dunkles Türpaar mit Messingbeschlägen in einer Stuckfassade

Spricht dafür

  • Österreichischer Rechtsweg
  • Nationale Aufsicht durch das Finanzministerium

Spricht dagegen

  • Für private Anbieter derzeit nicht erreichbar
  • Vergabe frühestens ab 10/2027

Was die Österreich-Lizenz praktisch regelt

Aufsicht führt die BMF / Glücksspielgesetz mit Sitz in Österreich. Worüber eine Lizenz Auskunft gibt und worüber nicht, behandelt der Vergleich der Regime unter Lizenzen.

Dies ist die einzige Konstellation, in der alle vier Punkte nach österreichischem Recht geregelt sind: die Aufsicht führt das Finanzministerium, der Vertrag unterliegt heimischem Recht, und ein österreichisches Gericht ist unmittelbar zuständig. Erreichbar ist das für private Anbieter bislang nicht — online existiert genau eine Konzession, und die hält win2day.

Ab dem 1. Oktober 2027 soll aus dieser Zeile im Register erstmals eine Option werden: nicht eine Konzession, die vergeben wird, sondern ein Verfahren, das Anbieter durchlaufen können. Was sich dadurch für Spieler ändert, ist weniger die Zahl der Anbieter als die Zuständigkeit — Beschwerden gingen an eine österreichische Stelle, und der Rechtsweg wäre der heimische. Bis die beschlossene Fassung vorliegt, bleibt das eine Absichtserklärung: der Entwurf ist seit dem 29. Juni 2026 in Begutachtung, der Beschluss im Nationalrat ist für den Herbst 2026 geplant.

Wie sich eine Österreich-Lizenz nachprüfen lässt

Hier ist die Prüfung kurz, weil es online nur einen Inhaber gibt. Ein Anbieter, der eine österreichische Online-Konzession behauptet und nicht win2day ist, macht eine Angabe, die nach heutiger Rechtslage nicht stimmen kann.

Häufiger ist eine schwächere Variante derselben Aussage: ein Angebot wirbt mit „lizenziert" und meint eine Erlaubnis aus Malta, Curaçao oder Estland. Das ist nicht falsch, aber es ist keine österreichische Konzession — und der Unterschied ist genau der, um den es auf dieser Seite geht.

Was die Österreich-Lizenz für österreichische Spieler bedeutet

Das Glücksspielgesetz kennt online keine Lizenz, die beantragt werden kann, sondern eine Konzession, die vergeben wird. Bei einer Lizenz erfüllt ein Anbieter Auflagen und erhält eine Erlaubnis; bei einer Konzession entscheidet der Staat, wie viele Stellen es überhaupt gibt. Online war das bislang eine.

Deshalb ist die Frage, ob ein privater Anbieter „in Österreich lizenziert" ist, bis heute falsch gestellt. Er konnte keine heimische Erlaubnis erwerben, weil es kein Verfahren dafür gab — und genau daran setzt die Rückforderungs-Rechtsprechung an, beschrieben unter Geld zurück.

Was die Novelle für die Österreich-Lizenz ändert

Für diese Seite ist die Novelle keine Randnotiz, sondern der ganze Punkt: der Entwurf ersetzt das Konzessionsmodell durch ein Lizenzverfahren, das jeder Anbieter mit strengen Auflagen durchlaufen kann. Damit entsteht erstmals das, was es online nie gab — eine erreichbare österreichische Erlaubnis.

Zwei Termine strukturieren den Weg: die Übergangsphase beginnt am 1. Jänner 2027, die ersten Lizenzen können frühestens ab 1. Oktober 2027 erteilt werden — die Lotterienkonzession, unter der win2day läuft, endet am 30. September 2027. Der Stand steht unter Marktöffnung 2027.

Eine Konzession, kein Lizenzmarkt

Das Glücksspielgesetz kennt online keine Lizenz, die beantragt werden kann, sondern eine Konzession, die vergeben wird. Der Unterschied ist mehr als sprachlich: bei einer Lizenz erfüllt ein Anbieter Auflagen und erhält eine Erlaubnis; bei einer Konzession entscheidet der Staat, wie viele Stellen es überhaupt gibt. Online war das bislang genau eine — gehalten von win2day.

Deshalb ist die Frage, ob ein Anbieter „in Österreich lizenziert" ist, für private Betreiber bis heute falsch gestellt. Sie arbeiten mit einer Lizenz aus Malta, Curaçao oder Estland und richten ihr Angebot an österreichische Spieler; eine heimische Erlaubnis konnten sie nicht erwerben, weil es kein Verfahren dafür gab.

Was die Novelle an dieser Konstruktion ändert

Der Entwurf, der am 29. Juni 2026 in Begutachtung ging, ersetzt genau diesen Punkt: er öffnet die Online-Lizenzierung, sodass jeder Anbieter, der strenge Auflagen erfüllt, eine österreichische Erlaubnis erhalten kann. Dazu kommen ein zentrales Sperrregister über alle Glücksspielformen und Mitwirkungspflichten für Banken gegenüber Anbietern auf einer Schwarzen Liste des Finanzministeriums.

Eine Bestimmung wirkt dabei rückwärts: wer offene Ansprüche aus dem Spielerschutz nicht beglichen hat, soll keine Lizenz erhalten. Gemeint sind die Rückforderungsverfahren, in denen österreichische Gerichte Spielern Verluste zugesprochen haben. Sie treffen Gesellschaften, nicht Marken — der Zeitplan dazu steht unter Marktöffnung 2027.

Zeitplan der Marktöffnung

Details
1

Monopol

bis 2026

2

Begutachtung

29.06.2026

3

Beschluss

Herbst 2026

4

Cooling-off

01.01.2027

5

Lizenzvergabe

ab Okt. 2027

Fragen zur Österreich-Lizenz

4 Fragen

Wer hält die österreichische Online-Konzession?

win2day, betrieben von den Österreichischen Lotterien. Es ist die einzige Online-Konzession nach dem Glücksspielgesetz. Ein Antragsverfahren für private Anbieter existiert bislang nicht.

Wo beschwere ich mich, wenn etwas schiefgeht?

Bei einer Konzession nach GSpG führt der Weg über die österreichischen Behörden und Gerichte. Genau dieser Rechtsweg fehlt bei ausländischen Lizenzen — der Kern des Themas unter Geld zurück.

Was passiert mit meinem Guthaben bei einer Insolvenz?

Bei einer Konzession nach GSpG greifen die Vorgaben des Glücksspielgesetzes und österreichisches Insolvenzrecht. Für private Anbieter ist dieser Fall bislang theoretisch, weil die Konzession online nur einmal vergeben ist.

Ändert die GSpG-Novelle etwas daran?

Hier ändert sie alles: aus einer Konzession, die vergeben wird, soll ein Lizenzverfahren werden, das Anbieter durchlaufen können. Die Vergabe ist frühestens ab 1. Oktober 2027 möglich.